GELD - Werdegang eines Zahlungsmittels
Bereits in einem frühen Stadium der Menschheitsgeschichte zeichnete sich der Bedarf an einem Medium ab, das dazu geeignet ist, einen gegenseitigen respektive allseitigen Werteverkehr zu ermöglichen. Zu den ersten Ansätzen zählten beispielsweise der eingeführte unmittelbare Tauschhandel oder auch der indirekte Tauschhandel auf Grundlage eines einheitlichen Wertobjektes als Handelswährung. Der unmittelbare und damit direkte Tauschhandel zeichnete sich dadurch aus, dass Gestein, insbesondere Gestein zur Werkzeugherstellung, Feuerstein oder auch Schmuckstein, Verwendung fand. Ebenso gängig waren Mineralien und alle daraus hergestellten Zwischen- und Endprodukte. Auch Metalle, wie zum Beispiel Zinn oder Kupfer, und später auch Legierungen, wie beispielsweise Bronze, dienten als Handelswerte. Eine besondere Bedeutung kam den Naturalien zu, welche eine wichtige Rolle in dem entstehenden Handelsgefüge einnahmen. Zu den typischen Vertretern des damaligen Handelsgutes zählten unter anderen Naturalien wie Salz, Pfeffer, Gewürze im Allgemeinen, Getreide, Fische, Felle sowie Tiere.
Der indirekte und damit mittelbare Tauschhandel umfasste bereits weit vor Anbeginn der heutigen Zeitrechnung erste Zwischenhandelswerte, die durchaus als Währung zu bezeichnen sind. Die wohl bekannteste Währung aus jener Zeit ist das Gehäuse der Kaurischnecke (Cypraea moneta), die lediglich im Indischen Ozean vorkommt und nur mit großem Aufwand geerntet werden kann. Gehäuse besagter Schnecke wurden lange Zeit in einigen asiatischen Ländern und in Afrika als Zahlungsmittel und somit vermutlich als erstes Geld eingesetzt. Im Zuge verbesserter Gewinnungs- und Handhabungsverfahren konnte sich schließlich Geld in Form von metallischen Münzen etablieren. Die Münzen wiesen unterschiedliche Außenkonturen auf, hatten jedoch eines mit heutigem Hartgeld bereits gemeinsam, nämlich ihre Scheibenform, welche historischen Überlieferungen zufolge den Griechen zuzuschreiben ist. Die Münzen bestanden vornehmlich aus weicheren Metallen oder Legierungen, wie dem eingangs erwähnten Zinn, Kupfer, Bronze oder natürlich auch aus Gold und/oder Silber.
Neben dem Münzgeld entwickelte sich im Reich der Mitte in etwa ab der zweiten Hälfte des ersten Jahrtausends ein erstes Papiergeld, welches als Währung in ganz China Gültigkeit hatte. Das damalige Papiergeld hatte zwar noch nicht die materiellen Eigenschaften und Abmessungen heutiger Geldscheine, zeichnete sich aber dennoch auf Grund hoher Handwerkskunst durch eine beachtliche Qualität und Güte aus. Im Abendland hingegen vergingen noch einige Jahrhunderte, ehe Schweden als erstes Land in Europa Papiergeld beziehungsweise Banknoten emittierte. Banknoten wie wir sie heute aus dem täglichen Gebrauch kennen, sind nur noch in ihrer Eigenschaft als Zahlungsmittel mit den einstigen Papiervorläufern vergleichbar, nicht mehr jedoch in puncto Fälschungssicherheit. Insbesondere das von der Bundesbank und weiteren Nationalbanken der Europäischen Währungsunion ausgegebene Papiergeld weist zumindest 9 Sicherheitsmerkmale auf, die beispielsweise durch einen Stichtiefdruck gegeben sind oder sich in besonderen Infrarot-Attributen widerspiegeln.
Bernd Schenk - 14.01.2008
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